Synthetic Biology          Barbara Ellmerer, 2010

When painting I tend to move between extremes. In Black Carnivore 2010 there is maximum colour intensity in voluminous masses of colour. On the other hand, the Rainbow Vision series – displayed at the Marvellous Reality exhibition, a project of Gallery Espace at the Lalit Kala gallery, Delhi in December 2009 – is colour at its minimal. Black Carnivore is a representative painting from a new series I have been working on since the summer of 2010. With this series of paintings I am delving into the invisible forces and some still unexplained phenomena of the plant world. I am fascinated by the creative forces of cells, by the genes for growth. I am fascinated by the phenomenon of luminescence, by the healing powers of plants, just as I am fascinated by the lethalness of many mushrooms or those that contain hallucinogenic substances. There is a theory that the legendary Soma was derived from the fly-agaric. With this impressive potency, a prospective subject needs to be represented on the canvas larger than life, often with sharply delineated contours. For instance, I ask myself, how should I depict something abstract, like the bio transmitters of a plant as a distinctly shaped, precisely defined artistic form? Making invisible or microscopic forms visible on the canvas means to sense them, to feel them. It also means to paint these forces. Paradoxical plants, voracious carnivores and transient luminescences get layered on the visual medium alongside each other to help me get to the root of the plant’s transmitters, the neurotransmitting abilities of medicinal plants and magic mushrooms. I find it interesting to elaborate on plant forms, to invent them, create structures that nature could have made but which scientifically do not exist in nature (yet) and that cannot be assigned to any distinct category. I see art as an experiential possibility and through it, gradually, a kind of synthesized biology emerges.

Glossum, 2009-11, oil on canvas, 140 x 200cm, UBS art collectionWitch hazel, 2010, oil on cotton, 80 x 130 cm, private collectionHexenei, 2009, oil on cotton, 80 x 115 cm, collection BEKB, BernBlack carnivore, 2010, oil on cotton, 130 x 200 cm, private collectionMagic nut, 2010, oil on cotton, 50 x 60 cm, private collectionOrgan, 2010, oil on cotton, 60 x 200 cm
 

Barbara Ellmerer in der Galerie Margit Haldemann von Alice Henkes (Kunstbulletin 09/07)

Mit üppigen Waldstücken und feenzarten Frauenbildnissen betreibt Barbara Ellmerer (*1956) Wahrnehmungsstudien. Mit ihren Sujets folgt sie traditionellen Motiven der Kunstgeschichte, ihr eigentliches Thema ist das Auge des Betrachters. Ihre Ausstellungen bewegen im buchstäblichen Sinn. Barbara Ellmerer operiert in ihren Arbeiten mit unterschiedlichen Tiefenwirkungen und Kontrastschärfen und zwingt so den Betrachter, den Blick vor jedem Bild neu zu fokussieren. Schemenhaft zarte Frauenbildnisse, die an der Grenze der Sichtbarkeit oszillieren und im hellen Bildgrund zu verschwinden scheinen, kombiniert sie mit überaus üppigen Waldstücken, die dem Betrachter in ihrer saft- und kraftstrotzenden Farbfülle geradezu entgegendrängen. Auf diesen Waldstücken, welche die älteren Blumenstücke ablösen, finden sich Pilze, Insekten, Pflanzenteile wie Farnwedel oder Eibenfrüchte aber auch Blüten und Knospen. Sinnlich muten die fleischigen Blätter und Früchte an, die leuchtendroten Fliegenpilze, deren dicke, weisse Tupfen von dem vitalen Vergnügen künden, das für Barbara Ellmerer im künstlerischen Schaffensprozess liegt. Doch nicht nur Lust an der Malerei bestimmt Ellmerers Arbeit. Vielmehr geht es darum, die Möglichkeiten des Mediums und die Grenzen des Fasslichen auszuloten. Ob angedeutete Frauenbildnisse oder wuchernde Waldstücke - der Reiz liegt für die in Zürich lebende Künstlerin im Versuch, tradierte Motive in eine zeitgenössische Form zu bringen. Mit der Geschichte der europäischen Malerei im Marschgepäck malt sie gewissermassen gegen den lauen Strom der medialen Bilder an. Dabei bedient sie sich der Mittel der Übertreibung und der Ironie. Ellmerers Wald ist ein Mikrokosmos im Makroformat. In «Amanita», 2007, erscheint ein kleiner Fliegenpilz als Gigant. Die 2006 gemalte «Libelle», in natura ein durchscheinend zartes Nichts, gerät auf Ellmerers Leinwand zu einem nachtblauen Monstrum mit keulenschwerem Hinterleib. Fragiles wird mit einer besonders pastosen Malerei zementiert; dem dargestellten Objekt wird bewusst zuwidergehandelt, so entsteht ein Moment der Irritation. Winziges wird ins Gigantische vergrössert, bis an die Grenze zur Abstraktion. Überschritten aber wird diese Grenze nicht. Es ist gerade dieser unsichere Bereich zwischen dem Lesbaren und dem Unlesbaren, es ist das gerade noch erkennbare Bild, das Barbara Ellmerer interessiert. Das Bild, das im Kopf des Betrachters entsteht als Amalgam aus den lückenhaften Informationen, die sie in ihren Bildern liefert und dem Bestreben des menschlichen Gehirns, solche Lücken sinnvoll zu ergänzen. Der Bildgegenstand sei eigentlich egal, sagt sie. Vielmehr beschäftigt sie die Frage, wie viel Substanz man aus einem Frauenbildnis herausnehmen kann, wie nah man in ein Pilzdetail hineinzoomen kann, welches Minimum an visuellen Informationen es braucht, um im Auge des Betrachters noch ein funktionierendes Bild entstehen zu lassen.

Liebestrank, 2009, oil on cotton, 50 x 60 cmViol, 2008, oil on cotton, 185 x 255cm, courtesy Gallery Espace, DelhiAmanita universal, 2007,oil, 80 x 130cm, private collectionPaeonia, 2009, oil on cotton, 160 x 205 cm, collection Schweizerische MobiliarSoma, 2010, oil on cotton, 35 x 40 cmHallucinogen, 2009, oil on cotton, 80 x 110 cm, private collectionAmanita privée, 2008, oil, 90 x 130cm, private collection
 

zoom out / zoom in
stop/start diashow